Angebot Elektriker: Vorlage mit Positionen für Elektroarbeiten

Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Elektriker-Angebot listet Leitungen in Metern, Dosen, Schalter und Steckdosen in Stück und Verteilerarbeiten als eigene Positionen auf. Dazu gehören Schlitze stemmen und schließen, Prüfung und Messprotokoll, Anfahrt, Kleinmaterial und Entsorgung. Im Altbau sichern Sie sich mit Bedarfspositionen ab, für Privatkunden mit Bruttopreis und getrenntem Lohnanteil.

Das Risiko steckt hinter der Wand

Beim Elektriker sieht man vorher am wenigsten. Der Kunde will „nur ein paar Steckdosen mehr in der Küche“. Dann zeigt sich, dass die alte Leitung keinen Schutzleiter hat, der Zählerschrank voll ist und kein FI-Schutzschalter drin sitzt. Aus zwei Stunden werden zwei Tage.

Wer das im Angebot nicht abgefangen hat, muss nachverhandeln. Und der Kunde fragt sich, warum der Elektriker das nicht vorher gesehen hat. Ein gutes Angebot nimmt diese Fälle vorweg, ohne den Preis künstlich aufzublähen.

Aufbau eines Elektro-Angebots

Gliedern Sie nach Bereichen: Verteilung, Leitungen, Installation je Raum, Prüfung. Damit sieht der Kunde, wo das Geld hingeht. Und Sie sehen beim nächsten ähnlichen Auftrag sofort, welche Blöcke Sie wiederverwenden können.

Schreiben Sie Material und Montage entweder getrennt oder als Komplettposition mit klarer Beschreibung, zum Beispiel „Steckdose Unterputz liefern und montieren, Schalterprogramm wie besprochen“. Wichtig ist, dass das Schalterprogramm benannt ist. Sonst gibt es später Streit, wenn der Kunde ein teureres Design erwartet hat.

Muster: typische Positionen

Beispiel für die Erweiterung einer Küche mit drei neuen Steckdosen, einem Herdanschluss und einem neuen Stromkreis. Die Preise sind Beispielwerte, keine Richtpreise. Ihre eigenen Preise hängen von Region, Material und Kalkulation ab.

Pos.LeistungMengeEinheitEP nettoGP netto
1Anfahrt1pauschal45,00 €45,00 €
2Neuen Stromkreis in Unterverteilung anlegen, inkl. LS-Schalter1Stk145,00 €145,00 €
3FI/LS-Schalter liefern und einbauen, falls nicht vorhanden1Stk165,00 €165,00 €
4Leitung NYM-J 3x2,5 mm² verlegen18m9,50 €171,00 €
5Schlitz stemmen und wieder schließen, Mauerwerk12m24,00 €288,00 €
6Unterputzdose setzen3Stk22,00 €66,00 €
7Doppelsteckdose liefern und montieren3Stk38,00 €114,00 €
8Herdanschlussdose setzen und Herd anschließen1Stk95,00 €95,00 €
9Prüfung nach DIN VDE 0100-600 mit Messprotokoll1pauschal90,00 €90,00 €
10Kleinmaterial1pauschal30,00 €30,00 €
11Entsorgung Altmaterial, Bauschutt aus Schlitzen1pauschal35,00 €35,00 €
B1Bedarfsposition: Altleitung ohne Schutzleiter ersetzenm16,00 €

Positionen so beschreiben, dass der Kunde sie versteht

Für Sie ist „NYM-J 3x2,5 verlegen“ eindeutig. Für den Kunden ist es ein Rätsel. Er sieht nur, dass Ihr Angebot 300 Euro teurer ist als das vom Kollegen, und weiß nicht, warum. Eine kurze Erklärung in Klammern hilft: „Leitung für Herd und Backofen, Querschnitt 2,5 mm²“.

Das kostet beim Schreiben ein paar Sekunden, spart aber Rückfragen am Telefon. Und es zeigt, dass Sie nicht an der Sicherheit sparen. Gerade bei FI-Schutzschalter, Überspannungsschutz oder neuer Verteilung lohnt sich ein Satz dazu, wofür das gut ist. Kunden, die verstehen, warum etwas nötig ist, streichen es seltener raus.

Halten Sie die Beschreibungen trotzdem kurz. Ein Satz pro Position reicht. Wer zu jeder Steckdose einen Absatz schreibt, verliert den Kunden genauso wie mit reinen Fachbegriffen.

Bedarfspositionen im Altbau

Bedarfspositionen, oft auch Eventualpositionen genannt, sind Ihr Werkzeug gegen Überraschungen. Sie stehen mit Einzelpreis im Angebot, fließen aber nicht in die Summe ein. Abgerechnet wird nur, wenn sie wirklich anfallen.

Für den Kunden ist das fair, weil er den Preis vorher kennt. Für Sie ist es sicher, weil Sie nicht nachverhandeln müssen. Typische Bedarfspositionen beim Elektriker sind:

  • Altleitung ersetzen, je Meter
  • Zusätzlicher Stromkreis, wenn die Verteilung nicht reicht
  • Erweiterung oder Tausch der Unterverteilung
  • Durchbruch durch Beton oder Decke, je Stück
  • Fehlersuche nach Aufwand, je Stunde
  • Nacharbeiten am Putz, wenn der Kunde das nicht selbst macht

Was Elektriker im Angebot oft vergessen

Die Liste ist kurz, kostet aber bei jedem Auftrag Geld, wenn sie fehlt.

  • Prüfung und Messprotokoll: Nach DIN VDE 0100-600 ist eine Erstprüfung neuer Anlagen vorgesehen, das ist Arbeitszeit
  • Schlitze schließen oder Putz ausbessern: Wer macht es, Sie oder der Kunde?
  • Abdecken und Staubschutz, gerade in bewohnten Räumen
  • Kleinmaterial wie Klemmen, Dübel, Gips, Kabelbinder
  • Anfahrt, auch für einen zweiten Termin zur Endmontage
  • Entsorgung von Altgeräten und Leuchtmitteln
  • Anmeldung beim Netzbetreiber, etwa bei einer Wallbox

Wallbox, Zählerschrank und Anmeldung

Bei Wallboxen und Arbeiten am Zählerschrank gehört der Papierkram ins Angebot. Ladeeinrichtungen für Elektroautos müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden, ab mehr als 11 kW braucht es vorher eine Zustimmung. Das macht in der Regel der eingetragene Elektrobetrieb.

Schreiben Sie diese Leistung als eigene Position hin. Kunden unterschätzen den Aufwand. Und wenn der Netzbetreiber Nachforderungen stellt, ist klar geregelt, dass das zum Auftrag gehört.

Lohnanteil und Bruttopreis für Privatkunden

Elektroarbeiten im Haushalt des Kunden fallen unter § 35a EStG. Der Kunde kann 20 Prozent der Arbeitskosten absetzen, höchstens 1.200 Euro im Jahr (Stand 2026). Weisen Sie den Lohnanteil getrennt aus, dann kann er das direkt sehen.

Gegenüber Privatkunden gehört außerdem der Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer ins Angebot. Das verlangt die Preisangabenverordnung. Bei Gewerbekunden reicht netto.

Häufige Fragen

Material und Montage getrennt oder zusammen?

Beides geht. Getrennt ist für den Kunden transparenter und erleichtert den § 35a-Nachweis. Zusammen ist kürzer. Dann sollten Sie den Lohnanteil am Ende trotzdem als Summe ausweisen.

Muss die Prüfung nach DIN VDE 0100-600 extra berechnet werden?

Sie ist Teil einer fachgerechten Installation, kostet aber Zeit. Ob Sie sie als eigene Position oder in den Einzelpreisen einrechnen, entscheiden Sie. Wichtig ist, dass sie nicht unbezahlt bleibt.

Was sind Bedarfspositionen?

Positionen mit Einzelpreis, die nur abgerechnet werden, wenn sie tatsächlich anfallen. Sie stehen im Angebot, aber nicht in der Summe. Im Altbau sind sie beim Elektriker fast Pflicht.

Wie genau muss das Schalterprogramm beschrieben sein?

So genau, dass der Kunde weiß, was er bekommt. Hersteller und Serie oder „Standard weiß“ reichen meistens. Ohne Angabe gibt es später schnell Streit über die Ausführung.

Muss eine Wallbox beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ja, Ladeeinrichtungen für Elektroautos sind dem Netzbetreiber zu melden. Bei mehr als 11 kW Leistung braucht es vorher seine Zustimmung. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der eingetragene Elektrobetrieb und gehört als Position ins Angebot.

Elektro-Angebote mit Bedarfspositionen, ohne Abendarbeit

Mit Handschlagfertig sprechen Sie nach dem Termin ein, was gemacht werden soll. Das Tool baut die Positionen mit Ihren Preisen, fragt nach Unklarem und erinnert an Prüfung, Anfahrt und Kleinmaterial. 3 Tage kostenlos testen.

3 Tage kostenlos testen

Auch interessant