Angebot per App schreiben: Worauf kleine Handwerksbetriebe bei Software achten sollten

Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine gute Angebots-App für Handwerker nimmt Ihre eigenen Preise und Positionen, funktioniert am Handy, trennt Lohn und Material, zeigt Privatkunden den Bruttopreis und verschickt das Angebot per E-Mail oder WhatsApp. Achten Sie außerdem auf monatliche Kündbarkeit, keine Einrichtungsgebühr, Datenexport und Server in der EU.

Warum Word und Excel irgendwann nicht mehr reichen

Fast jeder Betrieb fängt mit einer Word-Vorlage an. Das funktioniert, solange es zehn Angebote im Monat sind. Danach wird es mühsam. Die Preise stehen in fünf verschiedenen Dateien, jede ein bisschen anders. Die Vorlage hat noch die alte Bankverbindung. Und am Handy lässt sich nichts davon vernünftig bearbeiten.

Das eigentliche Problem ist aber nicht das Programm, sondern der Zeitpunkt. Weil das Angebot nur am Schreibtisch geht, wird es auf den Abend verschoben. Und dann liegt es zwei Tage, bis Sie Luft haben. In der Zeit hat der Kunde schon zwei andere Angebote bekommen.

Was eine Angebots-App können muss

Es gibt sehr viele Programme für Handwerker. Manche können alles, von der Zeiterfassung bis zur Lagerverwaltung. Andere konzentrieren sich auf das Angebot. Welche Art Sie brauchen, hängt davon ab, wo bei Ihnen die meiste Zeit verloren geht.

Wenn es vor allem um Angebote geht, sind diese Punkte wichtig:

  • Ihre eigenen Preise: Die App sollte mit Ihren Positionen und Preisen arbeiten, nicht mit fremden Katalogpreisen
  • Alte Angebote übernehmen: Ohne Ihre Historie fangen Sie bei null an
  • Bedienung am Handy: Direkt nach dem Termin, im Auto, nicht erst abends
  • Lohn und Material getrennt, Bruttopreis für Privatkunden
  • PDF mit Ihrem Briefkopf und Logo
  • Versand per E-Mail und WhatsApp, möglichst mit Online-Annahme
  • Erinnerung an offene Angebote
  • Datenexport, damit Sie jederzeit wechseln können

Angebot einsprechen statt tippen

Auf der Baustelle hat man selten saubere Hände und nie Zeit für langes Tippen. Deshalb setzen immer mehr Handwerker auf Spracheingabe. Sie sprechen nach dem Termin ins Handy, was gemacht werden soll: „Wohnzimmer, Wände 52 Quadratmeter, alte Tapete runter, Raufaser neu, zweimal weiß, Decke 20 Quadratmeter streichen, ein Heizkörper lackieren.“

Gute Programme machen daraus Positionen mit Mengen und Einheiten. Wichtig ist, dass Sie danach jede Position sehen und jeden Preis bestätigen. Eine App, die einfach Zahlen rausgibt, ohne dass Sie wissen, woher sie kommen, nimmt Ihnen keine Arbeit ab. Sie schafft nur neue Fehler.

Ein Vorteil, der oft übersehen wird: Viele Betriebe haben Mitarbeiter, die auf Deutsch nicht gern schreiben. Wenn sie in ihrer eigenen Sprache einsprechen können, etwa auf Türkisch, Polnisch oder Russisch, und das Angebot auf Deutsch rauskommt, kann auch der Vorarbeiter vor Ort das Angebot vorbereiten.

Was eine Angebotssoftware kosten darf

Die Preise liegen weit auseinander. Reine Angebots-Tools gibt es ab etwa 39 Euro im Monat. Komplette Handwerkersoftware mit Zeiterfassung, Bauakte und Lager kostet eher 70 bis 250 Euro im Monat, oft pro Nutzer und dazu eine Einrichtungsgebühr.

Rechnen Sie es in Ihre Zeit um. Wenn ein Programm Ihnen pro Angebot eine Stunde spart und Sie 15 Angebote im Monat schreiben, sind das 15 Stunden. Bei einem internen Stundenwert von 55 Euro sind das über 800 Euro. Dann ist auch ein Programm für 89 Euro im Monat schnell bezahlt. Wenn Sie nur fünf Angebote im Jahr schreiben, reicht vielleicht die Word-Vorlage.

Nicht in der Rechnung steht, was ein schnelleres Angebot zusätzlich bringt. Wer am selben Tag antwortet statt nach einer Woche, ist oft der Erste, den der Kunde ernsthaft anschaut. Und jede Position, die nicht mehr vergessen wird, ist Geld, das sonst gefehlt hätte. Eine vergessene Entsorgungspauschale von 150 Euro im Monat bezahlt ein günstiges Programm schon allein.

Vertragsfallen, auf die Sie achten sollten

In Bewertungen beschweren sich Handwerker am häufigsten über drei Dinge. Prüfen Sie diese vor dem Abschluss:

FalleWoran Sie sie erkennenBesser
Lange Mindestlaufzeit12 oder 24 Monate, Preis nur bei Jahresvertrag günstigMonatlich kündbar
EinrichtungsgebührOnboarding für mehrere hundert EuroEinrichtung inklusive
Preis pro NutzerJeder Mitarbeiter kostet extraPreis pro Betrieb
Kein ExportDaten bleiben beim AnbieterExport als PDF und Tabelle
Server außerhalb der EUUnklare Angaben zum DatenschutzServer in der EU, Vertrag zur Auftragsverarbeitung

Komplettsoftware oder reines Angebots-Tool?

Wenn Sie Zeiterfassung, Baustellendokumentation, Lager und Buchhaltung aus einer Hand wollen, ist eine Komplettlösung wie HERO, Plancraft oder ToolTime der richtige Weg. Dafür zahlen Sie mehr und brauchen Zeit für die Einrichtung.

Wenn Ihr Engpass das Angebot ist und der Rest schon läuft, zum Beispiel mit Lexware oder sevdesk für die Rechnungen, reicht oft ein spezialisiertes Tool. Handschlagfertig ist so ein Tool: Es kümmert sich nur um das Angebot, von der Anfrage bis zur Annahme durch den Kunden.

Testen, bevor Sie sich festlegen

Kein Programm passt zu jedem Betrieb. Testen Sie mit einem echten Auftrag, nicht mit einer Demo. Nehmen Sie das letzte Angebot, das Sie geschrieben haben, und schreiben Sie es in der App neu. Stoppen Sie die Zeit. Prüfen Sie, ob die Preise stimmen und ob etwas fehlt.

Wenn das Angebot danach so aussieht, dass Sie es ohne Bauchschmerzen rausschicken würden, und Sie dabei mindestens die Hälfte der Zeit gespart haben, lohnt sich das Programm. Wenn nicht, kündigen Sie. Genau deshalb ist die monatliche Kündbarkeit so wichtig.

Häufige Fragen

Gibt es eine kostenlose App für Handwerker-Angebote?

Es gibt kostenlose Einstiege mit wenigen Angeboten im Monat. Für den Betriebsalltag reichen die meist nicht. Prüfen Sie, ob Sie Ihre Daten mitnehmen können, wenn Sie später wechseln.

Kann ich ein Angebot per Sprache erstellen?

Ja. Einige Programme machen aus gesprochenem Text Positionen mit Mengen und Einheiten. Sie sollten danach jede Position und jeden Preis prüfen können, bevor das Angebot rausgeht.

Brauche ich eine komplette Handwerkersoftware?

Nur, wenn Sie Zeiterfassung, Bauakte, Lager und Buchhaltung in einem Programm wollen. Wenn vor allem die Angebote Zeit kosten, ist ein spezialisiertes Tool günstiger und schneller eingerichtet.

Wie sicher sind meine Daten in einer Angebots-App?

Fragen Sie nach dem Serverstandort und einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach DSGVO. Server in der EU und ein Datenexport bei Kündigung sollten selbstverständlich sein.

Lohnt sich eine Angebotssoftware für einen Ein-Mann-Betrieb?

Ab etwa zehn Angeboten im Monat fast immer, weil die gesparte Zeit mehr wert ist als die Monatsgebühr. Darunter kommt es darauf an, wie lange Ihre Angebote heute dauern.

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