Angebot Maler: Vorlage mit allen Positionen für Malerarbeiten

Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Maler-Angebot listet die Arbeiten raumweise in Positionen mit Menge, Einheit und Einzelpreis auf: Abdecken, Untergrund vorbereiten, Spachteln, Grundieren, Tapezieren, Streichen und Lackieren. Dazu gehören Anfahrt, Entsorgung, Kleinmaterial, die Aufmaßregel, Bruttopreis für Privatkunden und eine Bindefrist. So bleibt Ihr Angebot vergleichbar und vollständig.

Warum Maler-Angebote so oft zu billig rausgehen

Im Wohnzimmer sieht die Wand ordentlich aus. Erst wenn die alte Tapete runter ist, sieht man die Risse, die Dübellöcher und den Putz, der an zwei Stellen nachgibt. Wer im Angebot nur „Wände streichen, 2 Anstriche“ stehen hat, malt dann einen halben Tag umsonst.

Dazu kommt der Preisdruck. Maler gelten bei vielen Kunden als das Gewerk, bei dem man am leichtesten vergleichen kann. Der Kunde legt drei Angebote nebeneinander und schaut auf die Endsumme. Wer seine Vorarbeiten sauber aufschlüsselt, kann zeigen, warum er nicht der Billigste ist. Wer sie weglässt, ist es am Ende tatsächlich, nur auf eigene Kosten.

Aufbau eines Maler-Angebots

Gliedern Sie nach Räumen oder Bereichen, nicht nach Tätigkeiten quer durch die Wohnung. Der Kunde denkt in Räumen. Wenn er das Schlafzimmer streichen lässt und den Flur später, kann er die Positionen einfach rausnehmen.

Innerhalb des Raums gehen Sie in der Reihenfolge der Arbeit vor: erst schützen, dann vorbereiten, dann beschichten, am Ende aufräumen. So vergessen Sie keinen Schritt, und der Kunde versteht, wofür er zahlt.

  • Baustelleneinrichtung und Anfahrt
  • Abdecken von Boden, Möbeln, Fenstern und Türen
  • Untergrund prüfen, alte Tapeten entfernen, Löcher und Risse schließen
  • Spachteln in der vereinbarten Qualitätsstufe
  • Grundieren oder Tiefgrund
  • Tapezieren, etwa Raufaser oder Vlies
  • Anstrich Wände und Decken, Anzahl der Anstriche
  • Lackierarbeiten an Türen, Zargen, Heizkörpern, Fensterbänken
  • Endreinigung und Entsorgung

Muster: Positionen mit Einheiten

Die Tabelle zeigt ein Beispiel für ein Wohnzimmer mit etwa 20 m² Grundfläche. Die Preise sind reine Beispielwerte zur Orientierung, keine Richtpreise. Setzen Sie Ihre eigenen Preise aus Ihren letzten Aufträgen ein.

Pos.LeistungMengeEinheitEP nettoGP netto
1Anfahrt und Baustelleneinrichtung1pauschal65,00 €65,00 €
2Boden und Möbel abdecken, Fenster und Türen abkleben1pauschal95,00 €95,00 €
3Alte Tapete entfernen, Wandfläche52m²6,50 €338,00 €
4Dübellöcher und Risse schließen, schleifen1pauschal120,00 €120,00 €
5Tiefgrund auftragen52m²2,20 €114,40 €
6Raufaser tapezieren52m²9,80 €509,60 €
7Wände 2x streichen, Dispersion weiß52m²7,90 €410,80 €
8Decke 2x streichen, Dispersion weiß20m²8,50 €170,00 €
9Heizkörper lackieren1Stk85,00 €85,00 €
10Kleinmaterial1pauschal35,00 €35,00 €
11Entsorgung Tapetenreste, Endreinigung1pauschal60,00 €60,00 €
B1Bedarfsposition: Putz ausbessern, nur bei Bedarfm²28,00 €

Aufmaß: Schreiben Sie dazu, wie Sie messen

Bei Wandflächen streitet man sich gern über Fenster und Türen. Werden sie abgezogen oder übermessen? Bei Aufträgen nach VOB/C regelt das die DIN 18363 für Maler- und Lackierarbeiten. Dort werden kleinere Öffnungen übermessen, weil die Arbeit drumherum nicht weniger wird.

Bei Privatkunden gilt die VOB nicht automatisch. Schreiben Sie deshalb einen Satz ins Angebot, wie Sie aufmessen, zum Beispiel: „Abrechnung nach tatsächlichem Aufmaß. Öffnungen bis 2,5 m² werden übermessen.“ Dann gibt es bei der Rechnung keine Diskussion.

Ein zweiter Punkt ist die Spachtelqualität. Bei Trockenbauwänden unterscheidet man die Qualitätsstufen Q1 bis Q4. Wer Q3 meint und nur „spachteln“ schreibt, bekommt später den Vorwurf, die Wand sei nicht glatt genug. Nennen Sie die Stufe, dann weiß jeder, was gemeint ist.

Die Posten, die Maler am häufigsten vergessen

Diese Liste stammt aus dem Alltag vieler Malerbetriebe. Gehen Sie sie vor jedem Versand einmal durch.

  • Anfahrt, besonders bei mehreren Tagen Arbeit
  • Abdecken und Abkleben, gerade bei bewohnten Räumen
  • Möbel rücken und wieder zurückstellen
  • Untergrund prüfen und Haftung testen bei alten Anstrichen
  • Silikonfugen und Acrylfugen an Fenstern und Fußleisten
  • Kleinmaterial wie Klebeband, Folie, Schleifpapier, Abdeckvlies
  • Entsorgung von Tapetenresten und Farbeimern
  • Wartezeiten zum Trocknen, wenn Sie dafür extra wiederkommen müssen
  • Parkgebühren in der Innenstadt

Fassade und Außenarbeiten: Gerüst und Wetter einplanen

Draußen kommen eigene Posten dazu. Das Gerüst ist meist der größte. Ob Sie es selbst stellen oder einen Gerüstbauer beauftragen, schreiben Sie es als eigene Position hin, mit Standzeit. Wenn die Standzeit überschritten wird, weil es zwei Wochen regnet, muss klar sein, wer die Verlängerung zahlt.

Dazu gehören Fassadenreinigung, Algen- und Pilzbehandlung, Rissbehandlung und das Abkleben von Fenstern und Fensterbänken. Bei alten Fassaden lohnt eine Bedarfsposition für Putzausbesserung je m², weil man Hohlstellen oft erst beim Abklopfen findet.

Schreiben Sie außerdem einen Satz zum Wetter: Ausführung bei geeigneter Witterung, Termine können sich verschieben. Das schützt Sie, wenn der Kunde auf einen festen Termin drängt.

Lohn und Material getrennt, Bruttopreis zeigen

Malerarbeiten in der Wohnung oder im Haus des Kunden sind Handwerkerleistungen nach § 35a EStG. Der Kunde kann 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr (Stand 2026). Dafür muss der Lohnanteil auf der Rechnung erkennbar sein.

Weisen Sie den Lohnanteil deshalb schon im Angebot aus. Bei Malerarbeiten ist er meist hoch, und das ist ein gutes Argument: Ein Angebot über 2.400 Euro brutto mit 1.700 Euro Lohnanteil inklusive Umsatzsteuer bringt dem Kunden bis zu 340 Euro Steuerermäßigung. Für Privatkunden gehört außerdem der Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer gut sichtbar ins Angebot.

Häufige Fragen

Rechnet man Malerarbeiten nach m² oder nach Stunden ab?

Flächen wie Wände und Decken meist nach m², Einzelteile wie Heizkörper oder Türen nach Stück, Fugen nach laufendem Meter. Nach Stunden rechnen Sie Arbeiten ab, die sich vorher nicht genau einschätzen lassen. Das sollten Sie im Angebot so benennen.

Werden Fenster und Türen beim Aufmaß abgezogen?

Das hängt von der Vereinbarung ab. Nach DIN 18363 werden kleine Öffnungen übermessen. Bei Privatkunden schreiben Sie die Regel am besten ausdrücklich ins Angebot.

Wie viele Anstriche gehören ins Angebot?

So viele, wie Sie für ein deckendes Ergebnis brauchen, meistens zwei. Schreiben Sie die Anzahl dazu. Bei Farbwechsel von dunkel auf hell kann ein dritter nötig sein, den setzen Sie als Bedarfsposition an.

Gibt es eine kostenlose Maler-Vorlage als Word-Datei?

Viele Anbieter haben Vorlagen. Wichtiger als die Datei ist, dass Ihre eigenen Positionen und Preise drinstehen. Eine Tabelle wie oben, mit Ihren Preisen gefüllt, ist schon eine brauchbare Vorlage.

Wie lange sollte ein Maler-Angebot gelten?

Zwei bis vier Wochen sind üblich. Bei Außenarbeiten, die erst im Frühjahr starten, schreiben Sie lieber dazu, dass sich Materialpreise bis dahin ändern können, oder Sie setzen die Frist kürzer.

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